FRIEDRICH SCHILLER DER VERBRECHER AUS VERLORENER EHRE PDF

Die theoretischen Vorbemerkungen Schillers 3. Zur Sprache Christian Wolfs 5. Versuch einer gattungsbezogenen Zuordnung des Textes 7. Schlusswort Literaturverzeichnis 1.

Author:Vigul Yozshut
Country:Bhutan
Language:English (Spanish)
Genre:Art
Published (Last):26 October 2008
Pages:37
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ISBN:122-4-80642-770-3
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An seinen Gedanken liegt uns unendlich mehr als an seinen Taten, und noch weit mehr an den Quellen seiner Gedanken als an den Folgen jener Taten. Warum achtet man nicht in eben dem Grade auf die Beschaffenheit und Stellung der Dinge, welche einen solchen Menschen umgaben, bis der gesammelte Zunder in seinem Inwendigen Feuer fing? Robert triumphierte. Kaum erlangt er die Freiheit, so eilt er nach seinem Geburtsort, sich seiner Johanne zu zeigen.

Er erscheint: man flieht ihn. Er wagt einen letzten Versuch. Auch diese Periode verlief, und er ging von der Festung — aber ganz anders, als er dahin gekommen war. Von jetzt an lechzte ich nach dem Tag meiner Freiheit, wie ich nach Rache lechzte. Mein erster Gedanke, sobald ich mich frei sah, war meine Vaterstadt.

Es war nicht mehr das herzliche Wohlbehagen, wie ichs bei meiner ersten Wallfahrt empfunden hatte. Die Gemeine wimmelte zur Kirche. Der Knabe sah mich einen Augenblick starr an und warf mir den Groschen ins Gesicht.

Ich hatte sie niemals geliebt. Meine Mutter war tot. Mit meinem kleinen Hause hatten sich meine Kreditoren bezahlt gemacht. Ich hatte niemand und nichts mehr.

Ich brauchte keine gute Eigenschaft mehr, weil man keine mehr bei mir vermutete. Verzweiflung und Schande hatten mir endlich diese Sinnesart aufgezwungen. Was ich nunmehr eigentlich beschlossen hatte, war mir selber noch unbekannt. Ich wollte mein Schicksal verdienen.

Mein Name war vergessen. Diese Lebensart trieb ich mehrere Monate. Die Augen standen ihm weit auf. Es fing mir an, seltsam zu werden.

Auf mehreres besinne ich mich nicht mehr. Ich konnte nichts mehr von alle dem hervorrufen, was mich vor einer Viertelstunde zum Rasen gebracht hatte. Ich begriff gar nicht, wie ich zu dieser Mordtat gekommen war. Noch stand ich vor der Leiche, noch immer. Das Knallen einiger Peitschen und das Geknarre von Frachtwagen, die durchs Holz fuhren, brachte mich zu mir selbst.

Ich brauchte Geld, um die Grenze zu erreichen — und doch fehlte mir der Mut, nach dem Platze umzuwenden, wo der Tote lag. Hier erschreckte mich ein Gedanke an den Teufel und eine Allgegenwart Gottes. Bis zum hohen Mittage lief ich atemlos. Ich hatte das Herz nicht, durch Selbstmord aus der Welt zu gehen, und entsetzte mich vor der Aussicht, darin zu bleiben.

Was hast du hier zu suchen? Ich bins noch gestern gewesen. Was jagt dich denn so? Also auf Wiedersehen, Kamerad! Man urteile, wie froh ich auf diese angebotne Gesundheit Bescheid tat. Der Mann hatte sich aufs Gras hingestreckt, ich tat ein gleiches. Der Sonnenwirt in L….

Jahr und Tag schon sinn ich darauf, dich zu kriegen. Ich kenne dich recht gut. Ich habe lange auf dich gerechnet. Wozu denn? Man hat dich zugrunde gerichtet, himmelschreiend ist man mit dir umgegangen. Sind wir nicht besser als das Vieh auf dem Felde?

Der Mann, ohne abzuwarten, bis ich zu Ende war, sprang mit froher Ungeduld auf, und mich zog er nach. Ich werde Ehre mit dir einlegen. Folge mir. Wir waren eine kleine Viertelmeile gegangen. Eine zwote Pfeife antwortete aus dem innersten Bauche des Felsens, und eine Leiter kam, wie von sich selbst, langsam aus der Tiefe gestiegen. Mir fing an, vor der Laufbahn zu schaudern, die ich nunmehr betreten wollte, nur eine schnelle Flucht konnte mich retten.

Jetzt war ohnehin keine Wahl mehr. Ich kletterte hinunter. Soll ichs gestehn? Die Freude war ungeheuchelt und herzlich. Meine Ankunft hatte den Schmaus unterbrochen, der eben anfangen sollte. Man hatte mich zwischen zwo Weibspersonen sitzen lassen, welches der Ehrenplatz an der Tafel war.

Nicht wahr, Kameraden? Bis jetzt bin ich es gewesen, aber dir will ich weichen. Seid ihrs zufrieden, Kameraden? Der Ruf dieses Menschen verbreitete sich in kurzem durch die ganze Provinz. Die Redlichkeit derjenigen, die Menschen und Gott verrieten, war ein schlechtes Unterpfand seines Lebens.

Das verstummte Gewissen gewann zugleich seine Sprache wieder, und die schlafende Natter der Reue wachte bei diesem allgemeinen Sturm seines Busens auf. Er vergab jetzt der ganzen Natur und fand niemand, als sich allein zu verfluchen.

Aber ich bringe zugleich eine seltsame Bitte vor Ihren Thron. Ich hasse das Laster und sehne mich feurig nach Rechtschaffenheit und Tugend. Mein Leben ist verwirkt, mir steht es nicht an, mit der Gerechtigkeit Unterhandlung zu pflegen. Aber ich erscheine nicht in Ketten und Banden vor Ihnen — noch bin ich frei — und meine Furcht hat den kleinsten Anteil an meiner Bitte.

Es ist Gnade, um was ich flehe. Es soll Ihrem Dienste von nun an gewidmet sein. Der Torschreiber stutzte beim Anblick dieses seltsamen Wanderers. Die unerwartete Gastfreundlichkeit des Oberamtmanns vollendet seinen Verdacht.

Warum flohen Sie? Ich geben Ihnen Zeit bis morgen, ob Sie mir die Wahrheit entdecken wollen. Ich werde Genugtuung fordern. Ich kann Sie nicht freigeben, ohne meine Pflicht zu verletzen.

Der Schein ist gegen Sie. Erlauben Sie mir Ihre rechte Hand. Sie sind lang in der Welt gewesen — haben der Leiden wohl viele gehabt — Nicht wahr? Sie werden sie Menschen nicht versagen — — Ahnden Sie nichts? Sie erschrecken mich.

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Zu: Friedrich Schiller: "Der Verbrecher aus verlorener Ehre"

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Der Verbrecher aus verlorener Ehre

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